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Landesgartenschau Deggendorf 2014

Landesgartenschau Deggendorg Die Landesgartenschau Deggendorf fand 2014 von April bis Oktober unter dem Motto „Tauch ein und blüh auf!“ statt. Die Donau und ihr Uferbereich war dabei Zentrum des geschehen, weswegen die Veranstaltung auch als Donaugartenschau bezeichnet wurde. Das gesamte Gelände bekam eine neue Struktur und über 805.000 Besucher wohnten diesem Schauspiel bei.
Besonderheiten
  • Termin: 25.4. – 5.10.2014
  • Motto: „Tauch ein und blüh auf!“
  • Fläche: 17 ha
  • Investition: 11 Mio. Euro
  • Besucher: 805.000

Brückenschlag: die Stadt rückt näher zur Donau

Die Landesgartenschau konnte 2014 mit einem ganz besonderen Ziel nach Deggendorf geholt werden. Dabei sollte sich nicht nur die Altstadt mehr mit der Donau und den Gemeindeteilen rechts des Flusses verbinden. Ebenso gilt das für den Bayrischen Wald über die Grenzen hinaus nach Böhmen und Osteuropa. Die Vision spricht also nicht nur von einem schön gestalteten Donauufer, sondern von einer Brücke zwischen verschiedenen Menschen und Kulturen. Mit der Landesgartenschau hat Deggendorf seine Chance zu nutzen gewusst und einen großen Schritt in Richtung moderner Zukunft gemacht. Gerade die Bereiche zwischen der Altstadt und dem Donauufer galten vorher als extremes Spannungsfeld. Von den optischen Mängeln abgesehen herrschte natürlich eine historisch begründete Abwehrhaltung gegenüber dem Fluss und der Hochwassergefahr. Mit der Landesgartenschau soll das Gebiet nicht nur ansehnlicher gestaltet werden, sondern auch der Hochwasserschutz verbessert.

Die Erschließung der Uferzone gelang über verschiedene Deichgärten am linken Ufer, die sich als eine Art Balkon präsentieren. Im Vorland war das zentrale Erholungs- und Freizeitgelände geplant und auch die Erweiterung der Fachhochschule wird in die Umsetzung zur Landesgartenschau mit einfließen.

Das Gelände im Überblick – über die Grenzen hinaus

Kernpunkt der Landesgartenschau ist das Areal zwischen der Deggendorfer Altstadt und der Donau. Diese Flächen sollen nicht nur kurzfristig gestaltet werden, sondern zu einem hohen Anteil erhalten bleiben. Am nördlichen Donauufer war deshalb eine hochwertige Grün- und Erholungsanlage geplant, die sowohl Bewohner als auch Gäste der Stadt nachhaltig nutzen sollen. Auch die andere Donauseite wird im Plan mit berücksichtigt. Die komplette Fläche zusammen beträgt dabei 36 ha, wobei auf der Stadtseite rund 11 ha umgestaltet wurden. Auf der Fischerdorfer Seite sind etwa 6ha neu gestaltet und hochwassersicher. Allerdings geht das Konzept über das Donauufer hinweg und soll auch angrenzende Gebiete nachhaltig nutzbar machen.

Die Ausstellungsbereiche – Donau bekommt eine neue Brücke

In Deggendorf gibt es verschiedene Ausstellungsbereiche für die Landesgartenschau, beginnend am neuen Stadthallenpark, bis hin zum Donauufer und entlang den Deichgärten. Das Herzstück ist dabei eindeutig die neue Brücke, der eine enorme infrastrukturelle Bedeutung zugewiesen wird. Was sich noch alles so getan hat und verändert wurde, gibt es in den folgenden Abschnitten genauer zu lesen:

Stadthallenpark

Der Stadthallenpark ist der der Eintrittsbereich zum Donauufer. Er verbindet quasi das Stadtgeschehen von Deggendorf mit dem bekannten Fluss. Zwischen Stadthalle, Fachhochschule und Hotel wurde der städtische Park neu gestaltet und bekam eine großzügige Terrasse. Von hier aus geht es in die neuen Parkbereiche in der nähe der Donau. Zur Veränderung gehört eine schöne Uferbepflanzung am Teichgebiet, ein kleiner Pfad und zusätzlich ein moderner Holzsteg.

Donauufer mit Brücke

Am Donauufer angekommen ist die neue Rad- und Fußgängerbrücke bereits zu erkennen. Bisher gibt es nur einen Übergang über die Donau in der Nähe der befahrenen Maximilianbrücke. Bei der neuen Brücke handelt es sich eigentlich um die Trasse der alten Eisenbahnbrücke. Sie befindet sich etwa 18 Meter österlich der neuen Eisenbahnbrücke und konnte effektiv genutzt werden.

Donaupark

Im Osten befindet sich zwischen der Werft und dem Campingplatz der neue Donaupark. Er ist direkt vor dem Deich gelegen und bildet mit der Donaupromenade eine Einheit. Ziel der Planer war es hier, die Edlmairstraße zu verlängern und damit einen grün bewachsenen Zubringer zum Donauufer zu schaffen. Gerahmt wird das Ganze von verschiedenen Plätzen, kleinen Terrassen an der Bogenbachmündung oder Stufen an der Anlegestelle. Noch dazu gibt es einen neuen Stadtstrand, der den Park erlebnisreicher gestaltet.

Deichgärten

Mit einer Länge von 1,7 km wurde der neue Donaudeich am städtischen Uferbereich angelegt. Er bildet quasi den Abschluss von der Innenstadt zur Donau hin. Hier sind auch die Deichgärten zu finden. Die Besucher werden über verschiedene geschwungene Wege näher ans Wasser herangeführt und bekommen damit immer wieder einen neuen Blick auf die Donau. Es gibt dabei keine direkte oder kurze Verbindung, was die Entschleunigung zum Stadtgeschehen darstellen soll. Die Ausstellungsbereiche liegen hier auf den Deichgärten, der Ackerloh und den Promenadengärten, da sie sich fernab des Überschwemmungsbereichs befinden müssen. Die Deichgärten selbst sind von 0-90 cm hoch und in Cortenstahl eingefasst. Die Flächen sind teilweise begehbar und können als Spielbereiche genutzt werden. Zeitgleich gibt es unterschiedliche Themen der Begrünung, wie Stauden, Gräser oder Wechselflor zu entdecken.

Eingangsbereich

Der Haupteingang befindet sich auf dem sogenannten Multifunktionsband. Hier sind ebenso Festzelt und Gärtnermarkt zu finden mit angeschlossener Bühne. Die Stadthalle selbst wird zu Blumenhalle und bildet damit einen zweiten Eingangsbereich. Landwirtschaftliche und ökologische Themen sind eher auf der rechten Donauseite zu finden.

Deichkrone

Westlich und östlich gibt es einen sogenannten Baumvorhang zwischen der Hauptwegeverbindung und den Gärten. Diese Zone lädt zum Flanieren ein und vermittelt eine erholsame Atmosphäre. Angrenzend sind Spiel- und Sportangebote umgesetzt. Außerdem sieht die Planung eine große Freitreppe und eine Terrasse mit Blick auf die Donau vor.

Donauspiel

Ein letzter Ausstellungsbereich ist das Donauspiel zwischen der Deichpromenade und dem Gleisbogen. Hier sind viele Spielereignisse thematisch aufgenommen und präsentieren kulturelle Besonderheiten. Das zentrale Element ist ein blaues geschwungenes Band, das die Donau symbolisiert und damit weit über die Grenzen Deutschlands hinausreichen soll. Das Band variiert in der Höhe, zeigt Neigungen und ist damit ein toller Parcours zum Springen, Rennen und Toben. Der Wasserspielplatz bildet hier ein besonderes Highlight.

Parkdeck und Fußgängerbrücke lange geplant

Die Landesgartenschau war für Deggendorf eine gelungene Möglichkeit, bereits angestrebte Ziele endlich zu verwirkliche. Dazu gehört in erster Linie der zweite Donauübergang für Fußgänger und Radfahrer. Außerdem sollten das städtische Donauufer aufgewertet werden und mehr Parkmöglichkeiten in der Ackerloh geschaffen werden. Der Donaupark selbst ist bis heute ein zentrales Naherholungsgebiet direkt am Wasser. Außerdem wurde die Fuß- und Radwegbrücke ein voller Erfolg mit direkter Anbindung an touristisch bedeutsame Fernradwege. Mit ihren 456 Metern zählt sie zu den längsten Geh- und Radwegbrücken in Europa. Der Belag besteht aus insgesamt 14 Kilometer Lärchenholzbohlen. Dank der geschickten Verlegung muss die Brücke sind zusätzlich entwässert werden.

Vom Südosten der Stadt bis hin zum Nordwesten wurde ein neues Parkdeck entlang der Donau angelegt. Das Parkhaus ist dabei von der Donau aus selbst nicht sichtbar und trübt also auch den Blick. Nach Norden hin ist die eingeschossige Fassade zu sehen, die sich farbig in drei Abschnitte gliedert. Zusätzlich gibt es eine Freitreppe, die von der Ackerloh bis hin zu den Deichgärten geht.

Kosten für die Landesgartenschau 2014

Zählt man die Sanierungsarbeiten und die Erstellung der Grün- und Erholungsflächen zusammen, kommt die Landesgartenschau in Deggendorf auf Kosten von etwa 11 Millionen Euro. Allein für das zentrale Gelände sind 7,6 Millionen Euro verwendet worden. Die Stadt selbst übernimmt einen Anteil von 3,9 Millionen Euro, wobei der Anteil auch nur durch verschiedene Förderungen möglich gewesen ist. Hier gab es beispielsweise ein Gartenschau-Förderprogramm des Bayrischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit. Auch die Europäische Union und die Städtebauförderung trugen ihren Teil dazu bei.

Bilanz – den Bürgern bleibt mehr als nur Blumen

Die Landesgartenschau dauerte 164 Tage an, war vom Wetter her recht durchwachsen und dennoch mit einem vollen Programm gesegnet. Die Kinder konnten sich austoben an den vielen Spielplätzen und bei einem angesetzten Reitturnier. Außerdem gab es über den Sommer hin weg Konzerte und Veranstaltungen direkt an der Donau. Zur Bilanz gehören deshalb:

  • Hunderttausende Stauden, Blumen und Zwiebeln
  • 450 Bäume
  • 12 Blumenschauen
  • 3500 Veranstaltungen
  • 4 Themengärten
  • 805.000 Besucher
  • 25.145 Dauerkarten

Was nach der Gartenschau übrig bleibt ist in jedem Fall eine bessere Infrastruktur für Deggendorf. Das betrifft zum einen die Fußgängerbrücke und zum Anderen auch die Parkmöglichkeiten. Etwa 90 Prozent der Gartenschaufläche bleibt den Einwohner auch nach der Veranstaltung als barrierefreies Gebiet zur Verfügung. Die Planer setzten auf Nachhaltigkeit und auf eine stetige Nutzbarkeit des Konzepts.

In der Stadt selbst wird die Gartenschau ein finanzielles Loch von etwa einer Million Euro gerissen haben. Bei besseren Witterungsbedingungen hätte das noch ausgeglichen werden können. Vor allem an den Feiertagen und in den Ferien gab es durch das nasskalte Wetter nur wenig Besucher. Andere Tage waren schon wieder zu heißt für einen Besuch auf der Landesgartenschau.

Größter Aufreger: Die Brezn wurden vom Caterer für zwei Euro pro Stück ausgegeben. Nach mehrfachen Beschwerden ging er mit dem Preis um 50 Cent nach unten.

Deggendorf hat mit dem Gelände auch einen neuen Hochwasserschutz bekommen. Allerdings hatte der Fluss schon zehn Monate vor der Eröffnung seine Stärke mit der Jahrhundert-Flut bewiesen. Viele Teile des Geländes wurden überspült und bereits eingesetzte Pflanzen zerstört. Mit einer enormen Unterstützung und einem extrem milden Winter war es doch noch möglich, den gesetzten Zeitplan einzuhalten. Die Donau ist dadurch wieder näher an die Stadt gerückt, ohne mehr eine große Gefahr darzustellen. Die Strandbar wird auch nach der Gartenschau noch weiter bewirtschaftet.

Katastrophentourismus erwartet – aber ausgeblieben

Fernab der Landesgartenschau befürchtete man einen großen Katastrophentourismus in Fischerdorf. Der kleine Ort liegt auf der rechten Uferseite und hatte schwer mit den Folgen des Hochwassers zu kämpfen. Die Touristen beschränkten sich jedoch auf die Gartenbereiche. Dafür löste Bundespräsident Joachim Gauck sein Versprechen ein und stattete Deggendorf einen Besuch ab. Künftig soll es in der Region viel mehr Donaufeste geben und kulturelle Höhepunkte in der Stadt.

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